Wie mache ich das Beste aus meinem Leben – 3. Teil
Feb 8th, 2010 | By Werner Schwanfelder | Category: China blogLaotse stellt sich den Menschen in der Welt sehr idealtypisch vor. Er sollte im Taoaufgehen. Dass dies nur ein Traum ist vermutet man schon bei dem vielen Konjunktiv seiner Aussage. Vermutlich glaubt er das selbst nicht. Deshalb legt er noch konkret nach. Er hat konkrete Vorstellungen wie „sein“ Edler zu sein hat. Und gleich noch eingegangen werden soll an dieser Stelle, denn es betrifft den Akteur, auf den Paradigmenwechsel, der von Laotse ausgeht. Er erklärt vermeintliche Schwächen zu Stärken. Und bringt sogar treffende Beispiele.
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Könnten große Männer und Frauen
im Tao zentriert bleiben,
wären alle Dinge im Einklang.
Die Welt würde zu einem Paradies werden.
Alle Menschen lebten in Frieden,
und das Gesetz wäre in ihre Herzen eingeschrieben.
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((Tao Te King, 32))
Ich habe bloß drei Dinge zu lehren:
Einfachheit, Nachsicht und Mitgefühl.
Diese drei sind deine größten Schätze.
Sei einfach im Handeln und Denken –
[…]
Sei nachsichtig gegen Freunde und Feinde
[…]
Sei mitfühlend gegenüber dir selbst –
Und du bringst alle Wesen auf der Welt in Einklang.
((Tao Te King, 67))
Willst du etwas schmaler machen,
musst du es vorher sich ausweiten lassen.
Willst du etwas loswerden,
musst du es vorher aufblühen lassen.
Willst du etwas nehmen,
musst du vorher zulassen, dass es gegeben wird.
[…]
Das Weiche überwindet das Harte.
Das Langsame überwindet das Schnelle.
Lass dein Wirken ein Geheimnis bleiben.
Zeig den Menschen bloß das Ergebnis.
((Tao Te King, 36))
Wir können davon ausgehen, dass jeder Mensch so geboren wird, dass er Harmonie, Liebe und Frieden als erstrebenswert ansieht. Keiner wünscht sich Konflikte und Streit, keiner will die Wut oder den Hass anderer auf sich ziehen. Dennoch geben wir uns sehr leicht dem Kreislauf „Wut kreiert Wut“ oder „Hass kreiert Hass“ hin. Wenn man diese negativen Gefühle aber mal gesondert, von außen betrachtet, dann erkennt man sie als das, was sie sind: sinnlose Energiefresser, die dem, der wütend ist, nichts bringen. Das Problem, das zur Wut geführt hat, wird dadurch weder besser, noch löst es sich in Luft auf. Wenn man ruhig bleibt, lässt sich mit kühlem Kopf alles klären und regeln. Es bedarf einiger Übung, gegen diese „Aufreger“ immun zu werden, doch jeder kleine Sieg über sie macht und stärker. (Fernöstliche Weisheiten S 85)
Wie mache ich das Beste aus meinem Leben?
Es beginnt mit der Einsicht, dass das Beste schon in mir angelegt ist. Dennoch bleibt es mir überlassen, es sozusagen zu entwickeln. Konfuzius entwickelt eine Vision vom „Edlen“. Das ist ein ehrenwerter Mensch, an den hohe Anforderungen gestellt werden. Das ist bis heute so geblieben. Wenn man einen Manager mit Verantwortung einstellt, so wünscht man sich einen ehrenwerten Menschen, der auch unterschiedliche Interessen berücksichtigen kann. Der Taoismus bestätigt zumeinen die Botschaft: Die große Kraft wohnt im Menschen selbst. Es muss nur gelingen, sie zu entfalten. Der Taoismus beschreibt diese Kraft als das Tao. Erst wenn wir Kontakt zu dieser inneren Kraft haben, können wir nach außen wirken und zum ehrenwerten Menschen werden. Unser Verständnis wird wachsen, wenn wir den Paradigmenwechsel akzeptieren, den Laotse vorschlägt. Die Langsamen werden die Schnellen einmal überwinden.
Und die alten Weisheiten, die uns überliefert wurden, empfehlen, dass wir uns an die Quelle des Lebens, an unseren Ursprung erinnern, wenn uns Wut und Hass einmal einnehmen sollten. Denn damals gab es nur Harmonie, Liebe und Frieden.


