Wer eigentlich war Konfuzius?

28. April 2009 | Von | Kategorie: China blog

Konfuzius oder „Lehrmeister Kong“ ist der wichtigste Philosoph im Kaiserreich China. Er lebte vermutlich von 551 vor Chr. bis 479 vor Chr. und wurde in der Stadt Qufu im chinesischen Staat Lu (der heutigen Provinz Shandong) geboren, wo er auch starb. Die Familie Kong gibt es nach wie vor. Sie zählt zu einer der ältesten nachgewiesenen Familien der Welt. Die heutigen Nachfahren existieren bereits in der 75. Generation.
Konfuzius ist historisch sehr genau nachweisbar. Die Vorfahren des Konfuzius waren die Könige von Shang, denen der König von Zhou nach dem Sturz der Shang-Dynastie das Lehen von Song zugeteilt hatte. Die Familie verarmte jedochim Laufe der Zeit.
Bereits mit zwei Jahren verlor Konfuzius seinen Vater und wurde von seiner Mutter aufgezogen. Bei seinem Großvater erhielt er anscheinend Privatunterricht. Mit 19 Jahren heiratete er und in den Jahren 532–502 vor Chr. war er als Scheunenaufseher sowie in anderen niedrigen Anstellungen tätig.
Seine Mutter starb 529 vor Chr. Nach einem angeblichen Treffen mit Laotse in Luoyang 518 vor Chr. musste er zwei Jahre später nach internen Machtkämpfen die Flucht ergreifen und um Exil im Nachbarstaat Qi nachsuchen.
Nach seiner Rückkehr nach Lu begann etwa 500 vor Chr. der politische Aufstieg des Konfuzius. Er wurde zunächst Bauminister und dann Justizminister von Lu und schließlich 498 vor Chr. stellvertretender Kanzler.
Doch nur ein Jahr später quittierte er seinen Dienst, weil sein Vorgesetzter, der Herzog Ding von Lu 80 Singmädchen des Nachbarstaates Qi angenommen hatte. Heute würde man diese Handlung wohl als Korruption bezeichnen. Konfuzius zog jedenfalls die Konsequenzen.
481 vor Chr. wurde der Herzogs von Qi ermordet, was als Beginn der „Zeit der Streitenden Reiche“ bezeichnet wird. 479 vor Chr. stirbt Konfuzius.
Es ist schwierig, ein klares Bild von Konfuzius zu zeichnen. Das liegt daran, dass er kein einziges schriftliches Werk hinterlassen hat. Seine Lehren wurden erst ca. 100 Jahre später von seinen Anhängern niedergeschrieben. Am meisten über seine Gedankenwelt erfahren wir aus den Gesprächen (Lunyu), in denen viele seiner Aussprüche überliefert sind.
Konfuzius könnte man als einen gescheiterten Politiker mit einer hohen moralischen Integrität bezeichnen. Seine Aussagen haben daher meistens moralische und ethische Inhalte. Nach der Auffassung von Konfuzius kann man ein mehr an Weisheit nur durch lebenslanges Lernen erhalten. Im Gegensatz zu Laotse ist Konfuzius sehr auf Beständigkeit fixiert, so befürwortet er durchaus bestehende gesellschaftliche Ordnungen. Die chinesischen Kaiser erkannten bald, dass seine Lehre staatstragend wirken konnte. So erhoben sie sogar Konfuzius zu einem Gott. Der Konfuzianismus beeinflusste die chinesische Entwicklung wie keine andere Philosophie.

Mehr Informationen zu Konfuzius gibt es hier: Link

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