Unsere lieben Kleinen
19. Juli 2010 | Von Werner Schwanfelder | Kategorie: Kunst+Kultur![P1000283[1]](http://www.schwanfelder.info/blog/wp-content/uploads/2010/07/P10002831-225x300.jpg)
![P1000299[1]](http://www.schwanfelder.info/blog/wp-content/uploads/2010/07/P100029911-300x225.jpg)
Der Gedanke fasziniert in seiner Einfachheit: ein Denkmal für unsere lieben Kleinen. Mit welchem Element kann man den Kleinen am besten gedenken? Natürlich: Mit einem Nachttopf – wenngleich der Begriff irre führend ist, denn den Nachttopf verwenden Kinder auch tagsüber. So müsste er Tag- und Nachttopf heißen.
Aber man nennt ihn Nachttopf oder Nachtgeschirr (in der Schweiz auch nur Topf). Er ist ein Behältnis für Kot, Urin und Erbrochenes. Früher wurden häufig alte, nicht mehr zum Küchengebrauch taugliche Töpfe oder Blumentöpfe verwendet. Es gab und gibt auch industriell hergestellte Nachttöpfe aus Glas, Keramik, Kunststoff, Steingut oder Blech. Wir haben für diese Installation formschöne, farblich beeindruckende Kunststoff-Töpfe verwendet.
Natürlich wirkt die Installation nicht nur wegen des Topfes, sondern wegen der Wiederholung der Töpfe. Es sind sieben Töpfe. Das könnte an sieben Kinder erinnern oder auch nur an die Häufung des Topfgebrauchs. Es hätten an dieser Stelle auch acht Töpfe sein können. Aber der Künstler hat sich wohl überlegt für sieben Töpfe und eine Bürste entschieden. Die Bürste erscheint wie der Dirigent vor einem Chor.
Das Werk besticht durch seine einfache Symbolik. Somit eignet es sich bestens für den Erinnerungsprozess an unsere Kleinen: Wie es einmal war.

