Über die Bescheidenheit
18. Mai 2010 | Von Werner Schwanfelder | Kategorie: China blogVersagen ist eine günstige Gelegenheit.
Gibst du jemand anderem die Schuld,
dann nimmt das Beschuldigen kein Ende.
Daher erfüllen die Meister ihre eigenen Verpflichtungen
und berichtigen ihre eigenen Fehler.
Sie tun, was sie tun müssen,
und verlangen nichts von anderen.
((Tao Te King, 79))
Das große Tao fließt überallhin.
Alle Dinge gehen aus ihm hervor,
doch es erschafft sie nicht.
Es ergießt sich in sein Werk,
doch es erhebt keine Forderung.
[…]
Da es mit allen Dingen verbunden
und in ihrem Innersten verborgen ist,
kann man es bescheiden nennen.
Da alle Dinge in es hinein verschwinden
und nur dies allein bestehen bleibt,
kann man es groß nennen.
Es ist sich seiner Größe nicht bewusst;
folglich ist es wahrhaft groß.
((Tao Te King, 34))
In der Tat, die Bescheidenheit ist der Schlüssel zum Erfolg. Und die Erfolgreichen tun gut daran, den Anfang zu machen. Sun Tzu beschreibt den erfolgreichen und bescheidenen Feldherrn, Konfuzius beschreiben wie bescheiden der Edle handelt und Laotse übt sich im Paradigmenwechsel. Der Große wird so richtig groß, wenn er bescheiden klein bleibt. Eben wie der chinesische Steinmetz. Und er ist darüber hinaus auch noch glücklich geworden.
Wie »leicht« haben es Menschen, die in sich gefestigt sind. Wie »schwer« haben es viele Manager, die überfordert sind und mit ihrer Tätigkeit nicht zurechtkommen. Wie problematisch ist es für die Menschen, die solchen Managern ausgeliefert sind. In der Krise demaskieren sich die Unbescheidenen.

