Turm

19. Juli 2010 | Von | Kategorie: Kunst+Kultur

Es gibt hohe und niedrige Türme, aufwendige und einfache Türme, farbenfrohe und einfarbige Türme, schlanke und dicke Türme. Bei dieser Turminstallation handelt es sich um eine eher asketische Konstruktion. Der Turm besteht aus aufeinander gestülpten Würfeln, denen jedoch zwei Seiten fehlen, so dass sie eher durchsichtig wirken. Somit fällt die Installation zunächst nicht weiter auf.

Sie ist. Sie ist unaufdringlich.

Die Würfel stehen nicht genau übereinander, sondern sind versetzt, was allerdings eher beiläufig erscheint. Dies widerspricht dem ersten Eindruck der Askese.  Selbstverständlich gibt es keine neo-barocken Verzierungen. Der Turm ist klar in Form und Farbe und dokumentiert in dieser Klarheit auch seine Bedeutung.

Der Turm besticht, weil die Würfel identisch sind – bis auf die Farbe. Somit besteht der Turm aus gleichen Einheiten, die Identität schaffen. In unserer heutigen abstrakten, vernetzten und unübersichtlichen Welt bietet die Gleichheit, die Wiederholung, Kraft und Verlässlichkeit. So wird der auf den ersten Anblick asketisch wirkende Turm zum Kraftpaket mit großer Symbolkraft. Er stellt das Ruhende in unserem Leben dar.

Häufig treffen sich im Morgengrauen vor diesem Turm Menschengruppen, die in meditativer Haltung entspannen und über ihr Leben nachdenken. Der Turm gibt ihnen die Kraft den Tag klar zu gestalten. Die Kraft des Turms führt zur Ordnung im Menschen.  So hat der Turm schon seinen ständigen Platz in unserem Herzen gefunden.

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