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	<title>Werner Schwanfelder &#187; Glossen</title>
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	<description>Worte, Essays, Bücher</description>
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		<title>Die Erfahrung des Ingenieurs</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Sep 2008 13:45:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner Schwanfelder</dc:creator>
				<category><![CDATA[Glossen zum Management]]></category>
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		<description><![CDATA[Riementanz hatte einen jungen Ingenieur eingestellt, frisch von der Uni. Das ist Herr Fertini mit Pr&#228;dikatsexamen. Riementanz ist der Meinung, dass in seine Forschungsabteilung die<br /><span class="excerpt_more"><a href="http://www.schwanfelder.info/die-erfahrung-des-ingenieurs">[weiterlesen ...]</a></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Riementanz hatte einen jungen Ingenieur eingestellt, frisch von der Uni. Das ist Herr Fertini mit Pr&#228;dikatsexamen. Riementanz ist der Meinung, dass in seine Forschungsabteilung die Besten der Besten geh&#246;ren. Deshalb h&#228;lt er auch Kontakt zu vielen Professoren und versucht die Besten des Examens f&#252;r sich zu gewinnen. Fertini hatte ein Pr&#228;dikatsexamen.<br />
Und Fertini entwickelte sich auch bestens. Schnell wurde ihm eine kleine Gruppe zugeordnet und er bekam die Verantwortung f&#252;r das gr&#246;&#223;te Forschungsprogramm, das in ihrer Firma gerade lief. Dazu ben&#246;tigte Fertini aber die Unterst&#252;tzung auch von anderen Kollegen.<br />
Er lud daher zu einer Arbeitssitzung ein. Er hatte sich gut vorbereitet. Mit ein paar Folien stellte er das Projekt dar und beschrieb dann auch gleich ein paar L&#246;sungsvorschl&#228;ge. Die meisten in der Runde nickten begeistert. Aber in der Ecke sa&#223;en ein paar alt gediente Ingenieure, die sich an der anschlie&#223;enden Diskussion nicht beteiligten, aber untereinander Kommentare austauschten.<br />
Fertini nahm dies wahr. Da er an der Meinung der erfahrenen Ingenieure interessiert war, sprach er sie direkt an: „Wie sehen Sie denn meinen L&#246;sungsvorschlag? Halten Sie das f&#252;r den richtigen Weg?“<br />
Einer sah direkt an ihm vorbei und knurrte: „Funktioniert nicht!“<br />
Fertini fragte nach, wie er das wohl meine. Der andere gab sich einen Ruck, setzte sich gerade hin und sagte nun fest: „Das funktioniert nicht.“<br />
„Warum glauben Sie das?“<br />
„Aufgrund meiner Erfahrung.“<br />
„Welche Alternativen schlagen Sie vor?“<br />
„Ich werde das auf meine Weise machen.“<br />
Fertini war &#252;berrascht. „Was meinen Sie damit? Was ist Ihre Weise?“<br />
„Ich habe langj&#228;hrige Erfahrung. Ich mache das schon seit 30 Jahren.“<br />
Fertini bat ihn, das etwas n&#228;her zu erkl&#228;ren.<br />
Doch der Kollege erhob sich. „Das verstehen Sie ja doch nicht. Sie haben keine Erfahrung.“ Er verlie&#223; die Sitzung und mit ihm die ganze Gruppe.<br />
Fertini war reichlich erstaunt. &#220;berrascht beendete er die Sitzung. Dann ging er zu Riementanz, seinem Chef und erz&#228;hlte ihm von dem Vorfall. Der h&#246;rte ihm aufmerksam zu. Dann murmelte er: „Ja, ja, der Schmidt ist ein z&#228;her Brocken. Aber er hat die Erfahrung. Sie m&#252;ssen ihn eben &#252;berzeugen. Das werden Sie schon hinbekommen.“<br />
Fertini sah ihn entgeistert an, aber dann telefonierte Riementanz und war nicht mehr zu sprechen. Fertini dachte einen kurzen Augenblick dar&#252;ber nach, ob er in der richtigen Firma gelandet war.</p>
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		<title>Sparma&#223;nahmen  im Sanit&#228;rbereich</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Aug 2008 15:05:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner Schwanfelder</dc:creator>
				<category><![CDATA[Glossen zum Management]]></category>
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		<category><![CDATA[Ironie]]></category>
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		<description><![CDATA[„Nichts ist tabu.“ hatte Br&#246;selmann gesagt und alle Mitarbeiter um Vorschl&#228;ge gebeten. Ein junger Mitarbeiter namens Findelsack war besonders erfinderisch. Er reichte dem Entscheidungskreis f&#252;r<br /><span class="excerpt_more"><a href="http://www.schwanfelder.info/sparmasnahmen-im-sanitarbereich">[weiterlesen ...]</a></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Nichts ist tabu.“ hatte Br&#246;selmann gesagt und alle Mitarbeiter um Vorschl&#228;ge gebeten. Ein junger Mitarbeiter namens Findelsack war besonders erfinderisch. Er reichte dem Entscheidungskreis f&#252;r Kostensenkungsma&#223;nahmen mehr als 30 Kostensenkungsvorschl&#228;ge ein. Br&#246;selmann war so angetan, dass er den jungen Mann kennenlernen wollte.<br />
Findelsack f&#252;hlte sich im Vorstandsb&#252;ro unwohl. Das merkte man ihm sichtlich an. Aber Br&#246;selmann gab sich jovial, er bot dem jungen Mann einen Platz an, und lie&#223; ihm Kaffee und Kekse servieren.<br />
„Es hat mich sehr erfreut, dass Sie so viele kluge Kostensenkungsvorschl&#228;ge eingereicht haben.“ Sagte Br&#246;selmann. „Ich setze mich pers&#246;nlich daf&#252;r ein, dass alle umgesetzt werden.“<br />
Er l&#228;chelte und Findelsack l&#228;chelte scheu zur&#252;ck.<br />
„Woher haben Sie denn all die Ideen?“ fragte Br&#246;selmann.<br />
„Das ist ganz einfach. Ich laufe mit offenen Augen durch die Firma und immer finde ich M&#246;glichkeiten des Sparens.“<br />
„K&#246;nnen Sie mir denn einige Ihrer Vorschl&#228;ge benennen?“ fragte Br&#246;selmann interessiert.<br />
„Aber gerne.“ antwortete Findelsack. „Ich habe vorgeschlagen, keine Papierbl&#246;cke mehr zur Verf&#252;gung zu stellen, weil man auch auf Fehlkopien, die sonst nur weggeworfen werden, schreiben kann. Ich habe vorgeschlagen, die Kaffeeautomaten in den Pausenecken abzuschaffen, da sich jeder Mitarbeiter auch selbst um seinen Kaffee k&#252;mmern kann. Ich habe vorgeschlagen, die Firmenhandys abends im B&#252;ro einzusperren, da dann in der Freizeit nicht mehr telefoniert werden kann. Ich habe vorgeschlagen, die Toilettenpapierrollen erst auszutauschen, wenn sie wirklich leer sind. Ich habe beobachtet, dass die Toilettenreiniger die angebrochenen Toilettenpapierrollen mit nach Hause nehmen.“<br />
Br&#246;selmann lie&#223; sich ausf&#252;hrlich informieren und war von dem jungen Mitarbeiter richtig beeindruckt.<br />
„Aus Ihnen wird einmal etwas werden. Sie haben hohe Managementbegabungen.“<br />
Findelsack verlie&#223; das Vorstandsb&#252;ro mit einem guten Gef&#252;hl und auch Br&#246;selmann hatte ein gutes Gef&#252;hl. Solange man solche Mitarbeiter hat, kann nichts passieren.<br />
Sp&#228;ter hatte Br&#246;selmann dringende Bed&#252;rfnisse. Er begab sich auf die Toilette, setzte sich schwer seufzend. Die Verantwortung dr&#252;ckte ihn. Er machte, was zu machen war. Als er sich s&#228;ubern wollte, bemerkte er, dass sich nur noch zwei magere Bl&#228;tter auf der Rolle befanden. Diese nutzte er so &#246;konomisch wie m&#246;glich. Aber sie gen&#252;gten nicht. Seine Augen suchten die kleine und enge Lokalit&#228;t ab, aber er fand keinen Ersatz. In seiner Not opferte er sein Unterhemd.<br />
Als er wieder im B&#252;ro war, lie&#223; er den Vorsitzenden des Entscheidungskreises f&#252;r Kostensenkungsma&#223;nahmen kommen und teilte ihm mit, dass er gefeuert wird, wenn er noch einmal so dumme Kostensenkungsvorschl&#228;ge in die Tat umzusetzen gedenke.<br />
Den Namen Findelsack wollte er sich merken.<br />
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