Spaziergang durch Marktbreit

4. April 2009 | Von | Kategorie: Franken blog

Wir beginnen unseren Stadtrundgang am Main, beim Kranen und dem daneben befindlichen alten, ursprünglich Schwarzenberger Lagerhaus. Der Main war über Jahrhunderte hinweg ein wichtiger Handelsweg. Ihm verdankten die Marktbreiter auch ihre Bedeutung. Davon zeugen noch die Kranen und das alte Lagerhaus.
Der Handel auf dem Wasserweg Main erforderte zum Laden und Beladen der Schiffe und Fuhrwerke einen Kran. Der jetzige Kran, mit einem drehbaren Kuppeldach und Kranausleger, wurde im Jahre 1784, nach dem größten Hochwasser der letzten Jahrhunderte, neu errichtet. Das ehemalige Lagerhaus wird heute als Veranstaltungsort genutzt.

Wir betreten den Ort durch das Maintor, das im Jahr 1600 erbaut worden war. Damit hatte man die Arbeiten an der Stadtbefestigung abgeschlossen.

Bevor wir durch das Maintor den Ort betreten gehen wir ein paar Schritte die Bachgasse hinauf und genießen das Ensemble, das unter dem Namen Malerwinkel bekannt ist. Maler aus nah und fern entdeckten zu Beginn des 20. Jahrhunderts den Reiz dieses Ensembles, deshalb der Name. Auch gibt es heute kaum einen Führer Frankens, in dem nicht dieser Winkel abgebildet wäre. Die Geschichte dieses “Hauses am Maintor auf der Bachmauer”, ehemals drei Häuser, lässt sich bis in die wirtschaftliche Blütezeit des Marktortes zu Beginn des 18. Jahrhunderts zurückverfolgen. Der heutige Bau stammt aus einer Renovierung im Jahre 1774. Das Haus profitierte einst von seinem strategischen Platz so knapp vor dem Tor in Sichtweite zum Hafen. So ist es nicht verwunderlich, dass einst in diesem Haus der Spezereiwarenhandel blühte. Die Stadt ließ den Bau im Jahr 191 restaurieren und richtete darin ein Museum ein.

Nur ein paar Schritte sind es zum Marktplatz. Vor uns erhebt sich rechts das Rathaus, erbaut 1579/81. Ein Blick nach oben eröffnet uns den Blick auf den Ostgiebel des Rathauses, mit freistehenden Säulen und Valuten im Stil der Spätrenaissance. An der Giebelspitze sowie an der Ecke des Rathauses befindet sich die Statue des Ritters St. Georg.
Auf der Ostseite des Marktplatzes steht das schönste Ensemble an Handelshäusern, erbaut 1719 und 1725 von den Familie Wertheimer und Günther, im Stil des “Würzburger Barock”.
Auch in anderen Straßen und Gassen finden sich historisch interessante Bürger- und Handelshäuser.
Schräg gegenüber sehen wir das Gasthaus und Hotel „Löwen“ mit einem wunderschönen Fachwerkgiebel. Es ist das zweitälteste Gasthaus Bayerns. Früher durfte es sogar den Titel “Fürstlich Schwarzenbergische Herberge” tragen.

Wir folgen der Marktstraße und kommen unmittelbar zum Schlossplatz. Hier erbaute sich Georg Ludwig v. Seinsheim 1580 mit dem Stadt-Schloss. 1814 ging es in den Besitz Bayerns über; später übernahm es die Stadt Marktbreit. Nach Renovierung vor wenigen Jahren erstrahlt es im alten Glanz.
Gleich hinter dem Schloss erhebt sich die evangelische Kirche St. Nikolai. Der östliche Chorraum stammt aus dem 14. Jahrhundert, bauliche Erweiterungen folgten in den weiteren Jahrhunderten, besonders nach Einführung der Reformation Ende des 16. Jahrhunderts. Zu den wertvollsten Kunstschätzen im Kirchenschiff gehört eine Tafelfolge von vier Bildteilen, die der Riemenschneider-Schule zugeschrieben werden. Daneben finden sich ein Sakramentshäuschen aus der Zeit um 1400, eine Barockkanzel von 1737 und eine Kreuzigungsgruppe aus dem alten Altaraufbau von 1730.

Wir folgen der Bahnhofsstraße bergan und kommen zur katholischen Kirche, die 1849 in neugotischem Stil erbaut wurde. Aus der Frühzeit der Kirche stammen das Gestühl, der Beichtstuhl, Taufstein und Opferstock..
Schräg gegenüber befindet sich der Friedhof, der bereits im Jahre 1566 außerhalb des ummauerten Ortes angelegt wurde. Hier fanden bedeutende Persönlichkeiten und Handelsgeschlechter ihre letzte Ruhestätte. Es gibt interessante Grabmäler.

Als Rückweg nehmen wir die Obere Rosmaringasse, die hinter der katholischen Kirche an der Mauer entlang führt. Man kann noch kleine Abstecher in die einzelnen Gassen unternehmen, wo man schöne Bürgerhäuser sehen kann. Über die Schustergasse kommen wir wieder zurück zum Marktplatz.

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