Rödelsee, das fränkische Weinland zwischen emsiger Winzerarbeit und seelischer Entspannung

3. April 2009 | Von | Kategorie: Franken blog

Die idyllisch gelegene Winzergemeinde Rödelsee liegt am Fuße des sagenumwobenen 473 m hohen Schwanbergs, der schon weit vom Maintal aus sichtbar ist.

Der Name Rödelsee ist irreführend, denn er hat nichts mit einem See zu tun, wenngleich es im Ort einen romantischen Dorfweiher gibt. Der hat sich aber aus dem Wassergraben um das alte Schloss gebildet. Das Schloss selbst ist nach 1600 verfallen. Die Ortsnamen Rotelse bzw. Rädelsa stammt schon aus dem 6./7. Jahrhundert als die Franken den Landstrich besiedelten. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahre 1040 mit Bezug auf das Kloster Kitzingen.

Zentrum des Ortes ist die katholische St. Bartholomäus-Kirche. Sie wurde 1783 erbaut und besteht aus einem stattlichen Saalbau mit dreigeschossigem Fassadeneingangsturm und zumeist klassizistischer Ausstattung. Sehenswert ist das Altarbild auf dem Hochaltar. Es stammt aus dem Jahr 1850 und stellt das Martyrium des hl. Apostels Bartholomäus, des Kirchenpatrons, dar.

Gleich neben der katholischen Pfarrkirche ist das Crailsheimer Schloss mit dem sehenswerten Volutengiebel. Es wurde 1614 erbaut und war Wohnsitz der Rödelseer Seitenlinie des Geschlechts von Crailsheim. Das Hoftor schmücken beiderseits dekorative Löwen aus dem 18. Jahrhundert. Das Schloss wurde 1954 von der Winzergenossenschaft erworben. Seitdem dienen die vortrefflichen Kellerräume dem Ausbau und der Lagerung der guten Rödelseer Weine. Eine historische Kelter von 1660 steht im Schlosshof.

Es gibt auch noch eine evangelische St. Bartholomäus-Kirche. Im Jahre 1778 ging die evangelische Kirchengemeinde Rödelsee daran, eine eigene Kirche auf dem Trümmerhaufen der Simultankirche zu bauen. Am 28.08.1780 konnte die Emporenkirche, im Markgrafenstil jener Zeit erbaut, feierlich eingeweiht werden. Der massive Ostturm, oben achteckig, trägt eine welsche Haube, deren Laterne 1985 wieder freigelegt worden ist. Über dem schlichten Altar befinden sich Kanzel und Orgel und bilden einen harmonischen Dreiklang.

Weiterhin gibt es noch einen Zehnthof. Es ist der Ebracher Hof. Seit dem Jahr 1602 war Kloster Ebrach im Dorfgericht und seit 1616 in der Dorfherrschaft vertreten. Zu jener Zeit wurde der Ebracher Hof als Zehnthaus gebaut. Der zweigeschossige Bau wurde 1712 erneuert. Eine Inschrift über dem Portal mit Wappen des Klosters erinnert daran.

Schließlich ist noch der Amtshof der Grafen zu Castell zu erwähnen. In dem beeindruckenden Gebäude befand sich einst das Castell-Rüdenhausener Wirtshaus und zugleich Casteller Zehnthaus. Es wurde vor 1648 im Renaissancestil erbaut. 1710 wurde das prächtige Wappenportal bei einem Umbau eingefügt.

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Mehr Informationen über Rödelsee gibt es hier: Link

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