make or buy Praxisfall: Menüdienste – Warum noch selber kochen?
10. Juli 2009 | Von Werner Schwanfelder | Kategorie: Profi-Einkäufer blogMenüdienste – Warum noch selber kochen?
Herr W., ehemals Einkäufer für Kabelpritschen, seit einigen Jahren pensioniert bringt den folgenden Erfahrungsbericht.
Seit meine Frau gestorben ist musste ich verschiedene Lebensgewohnheiten ändern. Dies betrifft auch das Essen. Früher haben wir gemeinsam gekocht. Das geht nun nicht mehr. Ich müsste alleine kochen. Das macht für mich keinen Sinn. Ich finde es zu mühselig, die richtigen Mengen für eine Person einzukaufen. Und es ist auch nicht erfreulich für eine Person zu kochen. Das hat nun gar nichts mit dem Alter zu tun. Auch als junger Mensch hätte ich, glaube ich, keine Lust gehabt, für mich alleine zu kochen. Es gibt kostengünstige Mittagsmenus in fast allen Gastwirtschaften. Ich muss aber gestehen, dass es mir keinen Spaß macht, alleine in einem Restaurant zu Mittag zu essen. Also habe ich nach einem Menüdienst Ausschau gehalten. Ich habe mehrere solcher Dienste in meiner Region gefunden und dann habe ich für mich, wie ich das gelernt habe, eine kleine Ausschreibung entworfen und die Menüdienste um ein Angebot gebeten.
Ich habe mich grundsätzlich informiert und erfahren, dass Menüdienste in den meisten Fällen zur Mittagszeit ein warmes Essen liefern, jedoch bieten auch einige Abendbrot, Getränke und sogar Zeitschriften an. Über 300.000 Menschen lassen sich mittlerweile ihre Mahlzeiten täglich nach Hause bringen. Dabei wird zwischen zwei Varianten unterschieden: Zum einen gibt es die vom Anbieter täglich frisch zubereiteten Menüs. Zum anderen gibt es tiefgekühlte Menüs, die entweder vom Anbieter kurz vor der Auslieferung oder vom Kunden selbst noch erwärmt werden müssen.
In ganz Deutschland gibt es flächendeckend mehr als 2000 Anbieter. Die sind natürlich nicht alle in allen Regionen präsent, aber ich habe in meiner Region vier Anbieter gefunden. Alle haben Probemenüs angeboten. Die habe ich ausprobiert.
Weiterhin war für mich wichtig, dass die Belieferung pünktlich erfolgt und dass ich die Lieferung auch kurzfristig abbestellen kann, wenn ich verreist bin.
Die Anbieter haben eine Speisekarte, in der man für eine Woche die unterschiedlichsten Speisen aussuchen kann. Die Preise variieren von 5 bis 8 €.
Das ist nicht so günstig, wie ich mir das vorgestellt habe. Auch war es mir im Laufe der Zeit lästig, dass ich immer zu einem bestimmten Zeitpunkt zuhause sein musste.
Ich habe mich dann für bofrost entschieden. Der liefert so viele Portionen wie ich will zu Kosten zwischen 4 und 6 €.
Geschmacklich bin ich zufrieden. Außerdem leuchtet mir das Verfahren der Schockfrostung ein. Wie der Name andeutet, werden beim Schockfrosten die Lebensmittel in kürzester Zeit in den gefrorenen Zustand überführt. Je höher die Gefriergeschwindigkeit ist, umso besser sind das Frostergebnis und die Qualität des gefrorenen Lebensmittels. Hierbei ist das schnelle Gefrieren des im Lebensmittel befindlichen Wassers von entscheidender Wichtigkeit. Beim Schockfrosten gefriert das Produkt so schnell, dass sich nur ganz kleine Eiskristalle bilden. Diese beschädigen die Zellwände kaum. Nach dem Auftauen ist das schockgefrostete Lebensmittel dem frischen ebenbürtig, sagt jedenfalls die Werbung. Aber irgendwie glaube ich das auch. Ich jedenfalls bin mit dieser Lösung recht zufrieden.
Expertenurteil
Der Verfasser dieses Vorschlags hat eine strategische Entscheidung getroffen. Selbst kochen ist ihm zu lästig. Auf der anderen Seite will er zeitlich unabhängig sein. Aus diesem Grund hat er sich für schockgefrostete Mahlzeiten entschieden. Mit der Qualität ist er zufrieden. In diesem Fall spielen die Kosten eine untergeordnete Bedeutung. Aus diesem Grund wird auch gar keine detaillierte Kostenrechnung erstellt.
Mit dieser spezifischen Begründung ist eine Entscheidung für buy verständlich.

