make or buy Praxisfall: Die Entscheidung für das kostenoptimierte Rasenmähen

10. Juli 2009 | Von | Kategorie: Profi-Einkäufer blog

Die Entscheidung für das kostenoptimierte Rasenmähen

Peter F., Einkäufer von Stahlprodukten, erklärt folgendes.

Ich habe einen relativ großen Garten. Meine Rasenfläche allein beträgt ca. 1000 qm. Ich liebe den Garten, bin auch gegenüber Gartenarbeit durchaus positiv eingestellt. Aber ich habe nicht so viel Zeit, den Garten allein in Schuss zu halten. Ich habe dieses Problem anhand meiner Rasenfläche durchexerziert.
Zuerst wollte ich den Rasen in eine Wiese umwandeln. Eine solche Wiese würde ich nur zwei Mal im Jahr mähen. Hierzu könnte ich mir die Hilfe eines befreundeten Bauers versichern. Aber meine Familie hat diesen Vorschlag abgelehnt.
Ich benötige für das Mähen ungefähr fünf Stunden (einschließlich Abtransport des Rasenschnitts). Meine Frau mosert anschließend immer herum, dass ich sehr unregelmäßig gemäht habe. Das heißt, ich verursache zweifelsohne ein Qualitätsproblem. Nun hat meine Frau einen rüstigen Rentner ausfindig gemacht. Er braucht vier Stunden für das Rasenmähen und macht es, nach dem maßgeblichen Geschmack meiner Frau vorbildlich. Er bekommt in der Stunde 10 €uro. Den Rasenmäher stellen wir. Im Sommer muss der Rasen einmal in der Woche gemäht werden. Ich habe ausgerechnet, dass mich das Outsourcing von Rasenmähen 800 € kostet. Dazu kommen die Abschreibung des Rasenmähers mit 50 € im Jahr und 50 € Wartung. In Summe kostet mich der schöne Rasen, an dem sich meine ganze Familie erfreut 900 € im Jahr.
Nun habe ich alternativ über die Anschaffung eines Mähroboters nach gedacht. Der kostet für mein Gelände 2600 €. Ich kann mindestens 10% Rabatt herausholen. Ich rechne mit 100 € Wartungskosten im Jahr. Ich habe noch keine Ahnung, welche Energiekosten auf mich zukommen. Ich setze dafür ebenfalls 50 € an. Ich gehe davon aus, dass der Mähroboter fünf Jahre lang Dienst tut. Dies bedeutet, dass ich jährliche Kosten von 618 € haben werde. Zeitaufwand habe ich so gut wie keinen. Der Mähroboter arbeitet sozusagen autark.
Eigentlich müsste ich mich für den Mähroboter entscheiden. Dies würde ich als professioneller Einkäufer tun. Aber meine Chefin, also meine Frau, war nicht einverstanden. Sie will keinen Roboter im Garten. Und der rüstige Rentner braucht das Geld notwendig. So werden im Privatleben die einkäuferischen Entscheidungen hintergangen.

Expertenurteil
Es ist wie im richtigen Leben. Nicht immer kann man die rational optimierte Lösung erreichen. In vielen Entscheidungsprozessen haben emotionale Aspekte einen gewissen Einfluss und müssen berücksichtigt werden.
In diesem Fall war wohl keine andere Entscheidung möglich.

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