Ich setze auf Begeisterung

9. März 2010 | Von | Kategorie: China blog

Wer lebt und arbeitet nicht gerne mit Begeisterung. Aber woher kommt die Begeisterung? Zum einen von der eigenen Lebenseinstellung. Es gibt nun einmal Optimisten und auch Pessimisten. Aber wichtig sind auch die Rahmenbedingungen, die en Menschen ein kreatives und interessantes Leben und Arbeiten ermöglichen. In vielen Fällen kommt dann die Begeisterung von selbst.

Sun Tzu hält nichts davon mit plumper Begeisterung in den Krieg zu ziehen. Aber sehr wohl will er seinen Soldaten Begeisterung vermitteln. Das klingt bei ihm folgendermaßen:

Wenn ein General zeigt, dass er Vertrauen in seine Männer hat, aber jedes Mal daran erinnert, dass seine Befehle befolgt werden müssen wird der Gewinn beiderseitig sein.

Lunyu 7.8
Konfuzius sprach: Wer nicht begeisterungsfähig ist, den unterrichte ich nicht. Wer nicht selbst nach Worten sucht, den leite ich nicht an. Wer mir nicht die restlichen drei Ecken zeigt, wenn ich eine Ecke aufgezeigt habe, den unterweise ich nicht weiter.

Lunyu 16.5
Konfuzius sprach: Es gibt drei Arten von Freuden, die gesund sind, und drei Arten von Freuden, die einem nur schaden. Es ist gut, sich mit gutem Stil und Musik selbst zu disziplinieren. Es ist auch gut, wenn man Freude daran hat, das Gute an anderen Menschen hervorzuheben. Ferner ist es gut, wenn man weise Freunde um sich sammelt. Schädlich hingegen ist es, sich an schlechter Musik zu ergötzen, wenn man sich Ausschweifungen hingibt und wenn man an übermäßigen Festgelagen teilnimmt.

Schaffe Heiligkeit und Weisheit ab,
und die Menschen werden hundertmal glücklicher sein.
Schaffe Moral und Gesetze ab,
und die Menschen werden das Richtige tun.
Schaffe Ehrgeiz und Gewinnsucht ab,
und es wird keine Diebe geben.
Sollten diese drei Schritte nicht reichen,
dann bleib einfach im Mittelpunkt des Kreises
und lass allen Dingen freien Lauf.
((Tao Te King, 19))

[…]
Wenn die Regierung sich zu sehr einmischt,
verlieren die Menschen den Mut.
[…]
((Tao Te King, 75))

Die Wissenden reden nicht.
Die Redenden wissen nicht.
((Tao Te King, 56))

Ist Begeisterung die Eintrittskarte oder ist es die Aufgabe von Führern, Begeisterung zu erzeugen? Wahrscheinlich dürfte beides eine gewisse Relevanz haben. Wenn man selbst nicht begeisterungsfähig ist, kann man wahrscheinlich auch keine Begeisterung wecken. Aber es ist die Aufgabe des Führers, den Lauf der Begeisterung zu forcieren. Konfuzius will Begeisterung über die „richtigen Freuden“ wecken und Laotse plädiert für den Freiraum des Handelns. Gerade dies sollten sich die Verantwortlichen in Wirtschaft und Politik merken: Freiraum schafft Begeisterung.
Der Freiraum in einem Unternehmen kann umso besser, umso kreativer, umso effizienter ausgenutzt werden, je besser Mitarbeiter und Manager darüber in einen Dialog kommen.

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