Zum Geleit

Die Herausforderung des Wortes

Es gibt geheime Lieben.

Für mich gehört das Schreiben dazu. Als ich noch in der Jugendarbeit tätig war, schrieb ich meine eigenen Geschichten, die ich dann erzählte; Die gefielen mir viel besser als die, die in den Büchern standen. Es waren eben meine Geschichten. Dann schrieb ich Kurzgeschichten — und auch kleine Romane, die aber nie gedruckt wurden. Das war alles recht mühselig, weil sie mit der Schreibmaschine getippt werden mussten. So lernte ich jedenfalls das Schreibmaschineschreiben.
In meiner Firma habe ich mich in der Lehrlingsausbildung engagiert. Die Unterlagen hatte ich als Buch aufgebaut und dieses versuchte ich gerade extern zu vermarkten, als ich nach Brasilien versetzt wurde. In Brasilien reisten wir viel durch das Land und es gab noch wenig Reiseliteratur darüber. Ich machte Notizen, peinlich genau.
1984 hatte ich meine ersten schriftstellerischen Erfolge. 1984 ein Fachbuch „Exportgeschäfte — ihre Risikoversicherung und Finanzierung“ (im Metzner-Verlag), 1985 erschien mein erster Reiseführer, natürlich Brasilien (im Walter-Verlag) und 1986 mein erster Ratgeber „ Hochzeitsratgeber“ (im Humboldt-Verlag). Während es die beiden ersten Bücher heute nicht mehr gibt, erfreut sich der Hochzeitsratgeber noch bester Nachfrage. Schreiben ist wie eine Sucht, von der man sich nur schwer lösen kann.
Ich habe mit Fachbüchern begonnen. In ihnen spiegelt sich meine berufliche Erfahrung. Sie handeln vom Anlagengeschäft und von Exportfinanzierungen.
Dann begann die Periode der Reiseführer. Mein erster Reiseführer galt dem geliebten Brasilien, dann folgten Portugal und Spanien, aber auch USA und Asien. Ich bin beruflich und privat viel gereist. Ich kenne die meisten Länder dieser Erde. Reiseführer schreiben bedeutet immer auch, sich mit einem Land auseinander zu setzen. Man muss das Land mehrmals bereisen, man muss sich um die Politik, um die Wirtschaft, die Geschichte kümmern und man muss sich mit den Menschen beschäftigen. Jedes einzelne Buch ist so die Auseinandersetzung mit einem Land. Die Recherchen waren die schönsten, gründlichsten, aber auch anstrengendsten Reisen, die wir unternommen haben.
Ratgeber schließlich sind nur eine Lockerungsübung. Ich habe Ratgeber über Behörden, Senioren und Heiraten geschrieben. Der Hochzeitsratgeber spiegelt die Erfahrungen aus unserer eigenen Hochzeit wieder und ist immer noch ein Renner auf dem Buchmarkt (natürlich wurde er auch regelmäßig neu überarbeitet.)
Seit 1993 schreibe ich Bücher über Geldanlage. Der ursprüngliche Grund war recht einfach. Ich wollte Ordnung in meine eigene Geldanlage bringen. Als ich dies erfolgreich geleistet hatte, schrieb ich mein erstes Buch: „Alles, was man über Vermögensbildung wissen muss (Falken-Verlag). Es geht mir bei meinen Büchern darum, dem Einsteiger mit Rat und Tat behilflich zu sein. Mein Anspruch ist, dass der Leser nach der Lektüre des Buches sofort aktiv werden kann, er also in die Lage versetzt wird, sein Geld gut und gewinnbringend anzulegen.
Zwei Bücher scheinen diesen Anspruch in besonderer Art und Weise erfüllt zu haben: „Aktien für Einsteiger“ und „Aktien für Fortgeschrittene“, beide im Campus-Verlag erschienen. Sie befanden sich über Monate auf den Bestseller-Listen und sind natürlich auch meine Auflagenrenner. Nach dem Einbruch der Aktienmärkte 2000 und 2001 brachen natürlich auch die Umsätze der Geldanlagebücher ein. Eigentlich unverständlich, denn gerade in diesen Zeiten wäre professionelles Wissen wichtig gewesen. Erst 2006 konnte ich wieder ein Aktienbuch auf den Markt bringen: „Ohne Aktien geht es doch nicht!“. Dies ist eine Einsicht, die von den Profis kommt, die Privatanleger haben den neuen Aufschwung weitgehend ignoriert. 2007 kommt das Buch „Aktienstrategien für Fortgeschrittene“ auf den Markt. Damit bin ich mit meinen Geldanlagebüchern wieder bestens vertreten.

Seit 2003 widme ich mich der Management-Literatur. Es geht mir um das richtige „Führen“, um Management und um Leadership. Ich habe in meinem Berufsleben viel Erfahrung mit Führung gemacht. Ich bin davon überzeugt, dass ich gut “geführt“ habe. Ich habe diese Erfahrungen weitergegeben –direkt im Beruf gegenüber meinen Mitarbeitern, aber auch über Bücher, über das geschriebene Wort. Ich bin davon überzeugt, dass durch die Verbesserung von Führung ein hohes Einsparpotenzial zu realisieren ist. Dann ist sogar die eine oder andere Verlagerung nach Osteuropa oder China nicht mehr notwendig. Gute Führung könnte unsere europäische, unsere deutsche Stärke sein. In meinen Büchern verwende ich Vorbilder, weise Männer aus dem alten China wie Sun Tzu, Konfuzius oder Laotse, aber auch den ersten italienischen „Politikwissenschaftler“ Machiavelli und gehe der Frage nach, was sie dem Manager von heute noch zu sagen haben. Die Botschaften sind verblüffend einfach und richtig. Doch bis heute werden sie nur selten befolgt. Das will ich ändern.

Seit 2007 bin ich freiberuflich tätig. Ich habe mich von meinem Arbeitgeber getrennt, weil ich noch intensiver schreiben will. Daneben habe ich beschlossen, auch Seminare zum Thema „Überzeugende Führung“ anzubieten.

Wenn Sie auf meiner Homepage weiterblättern, werden Sie meine Aktivitäten kennenlernen. Wenn Sie mit mir Kontakt aufnehmen wollen, melden Sie sich einfach.

Es ist so eine Art Obsession, glaube ich. Das Schreiben fasziniert mich so sehr, dass, wenn es mir verboten würde, ich langsam daran sterben würde.

Johannes Mario Simmel (*1924), östr. Schriftsteller

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