Durch die Täler von Wiesent und Leinleiter
5. März 2010 | Von Werner Schwanfelder | Kategorie: Franken blogDurch die Täler von Wiesent und Leinleiter
Teil 1
Wanderung von Gasseldorf nach Streitberg
Lage Ebermannstadt befindet sich nordöstlich von Forchheim. Man erreicht die Stadt von Forchheim über die B 470
Highlights der Stadtbegehung: Marktplatz mit historischem Häuserensemble und Marienkapelle
Highlights der Wanderung: Gasseldorf und der „Hunnenstein“, Leinleitertal, Schloß und Parkanlage in Unterleinleiter, Felsenensemble bei Veilbronn,
Wanderung: Von Gasseldorf durch das Leinleitertal bis Veilbronn und zurück durch das Leidingshofertal bis Streitberg und zurück nach Gasseldorf. Wegstrecke: ca 17 km; Gehzeit: ca. 5 Stunden.
Ebermannstadt nennt sich die heimliche Hauptstadt der Fränkischen Schweiz, wobei der Name Eingangstor zur Fränkischen Schweiz wohl den Sachverhalt besser treffen würde. Andere nennen die Stadt auch noch Herz der Fränkischen Schweiz. Herz hat Ebermannstadt mit Sicherheit. Ein Spaziergang durch die Stadt macht viel Freude. Etwas versteckt liegt die sehenswerte Ebermannstädter Altstadt. Sie verfügt aber viel fränkischen Charme. Dazu laden auch die Geschäfte, Cafés und Gaststätten ein, die im Sommer mit Biergärten ergänzt werden. Auch zwei Brauereien gibt es noch in der Stadt, die ihr Bier nach eigenen Rezepten brauen.
Gang in die Geschichte
Der Ort wurde bereits 981 als kaiserliche “villa Ebermarstad” genannt. Aber die Ursprünge des Ortes geht in die Zeit vor 531 zurück. Ca. 1230 kommt Ebermannstadt in den Besitz der Herren von Schlüsselberg. Am 9.10.1323 erfolgt die Stadterhebung durch Kaiser Ludwig von Bayern. Ebermannstadt darf befestigt werden, bekommt das Marktrecht und erhält einen Rat.
1430 wurde der Ort durch Hussiten zerstört, die damals in der ganzen Region schrecklich wüteten. Erneute Verwüstungen gab es im Zweiten Markgrafenkrieg 1552, im Dreißigjährigen Krieg durch die Schweden und schließlich 1796 unter durchziehenden Franzosen. Eine steile Aufwärtsentwicklung der Stadt erfolgt insbesondere nach dem Ende des 2. Weltkrieges. Damals fanden hier viele Heimatvertriebene, vor allem aus Schlesien, Ostpreußen und aus dem Sudetenraum eine neue Heimat.
So ist die Stadt heute auf der einen Seite modern, aufstrebend, dynamisch, auf der anderen Seite aber immer noch gemütlich und traditionell.
Stadtbegehung
Die Altstadt besitzt viele sehenswerte Fachwerkhäusern besonders auch um den Marktplatz, so dass es Sinn macht, auch dort mit der Stadtbegehung zu beginnen.
Mit dem Erhalt der Stadtrechte 1323 durfte auch Markt abgehalten werden. Ein großzügiger Marktplatz war also wichtig. Auf ihm wurden auch die Vieh-, Pferde- und Schweinemärkte abgehalten. Zum Marktplatz gehören seit langer Zeit auch die Brunnen. 1867 wurde anstelle der ursprünglichen zwei Brunnen ein gusseiserner Brunnen, mit 4 Wasserschöpfern und einer vergoldeten Marienfigur errichtet. 1998 wurde bei der Neugestaltung der Hauptstraße und des Marktplatzes der gesamte Bereich verkehrsberuhigt und wieder zwei Brunnen eingegliedert. Der neue Marienbrunnen ist in seiner Form dem 1867 errichteten Brunnen entlehnt. In der Achse steht der zweite Brunnen. Der Marktplatz ist heute Fußgängerzone.
Die Stadtanlage mit dem Verlauf der Strassen und Plätze sind seit dem Mittelalter unverändert. Allerdings sind bei jedem Kriegsgeschehen wichtige Teile der Stadt zerstört worden. So ging auch im 30-jährigen Krieg die Stadt in Flammen auf. Dabei wurde das Rathaus auf dem Marktplatz und mit ihm das Archiv der Stadt, zerstört. Nach Ende des 30-Jährigen Krieges errichtete man an dieser Stelle das neue Rathaus, das Mitte des 19. Jahrhunderts wegen Baufälligkeit wieder abgebrochen und durch den Sandsteinbau ersetzt wurde. Bis Anfang der 70er Jahre befand sich ein kleiner Turm auf dem Gebäude. Im großen Rathaussaal befand sich zeitweise das Heimatmuseum. Heute ist der Bau im Privatbesitz.
Fachwerkhäuser gibt es in der Stadt noch viele. Aber auch sie wurden ein Opfer der Kriegswirren. So datieren heute die ältesten Fachwerkhäuser aus der Zeit nach 1670. Etwa die Hälfte der Häuser steht unter Denkmalschutz sowie die gesamte Altstadt unter Ensembleschutz.
Das älteste Gebäude der Stadt ist die Marienkapelle (etwa 13.Jahrh.) mit Wehrturm, gotischem Grundbau und spätbarocker Innenausstattung. Das Deckengemälde im Chor wurde bei der letzten Restaurierung, die 1978 beendet wurde, freigelegt. Die Bemalung der Empore und Decke datieren von 1687/88. Der Innenraum wurde 1796 beim Durchzug der napoleonischen Truppen teilweise zerstört.
Bereits im 14. Jahrhundert werden zwei Kirchen erwähnt, so müssen auch wir auf die zweite Kirche hinweisen. Es ist die Stadtpfarrkirche St. Nikolaus.
Ursprünglich stand an dieser Stelle eine mit 4-Scharwachtürmen versehene Wehrkirche die wegen Baufälligkeit 1853 durch einen einfachen Neubau ersetzt wurde. 1859 erfolgte die Einweihung der Stadtpfarrkirche.
Interessant ist das Scheunenviertel, das unter Ensembleschutz steht. Die Bebauung in der Altstadt war genau festgelegt. So durften nur die Stallungen und ein kleiner Anbau in der Nähe des Hauses gebaut werden. Aus Platzgründen und zum Feuerschutz wurden die Scheunen außerhalb der Stadt errichtet. Wie wichtig dieser Feuerschutz war, zeigte der Brand von 1900 bei dem 24 Scheunen nach einem Blitzeinschlag ein Raub der Flammen wurden
Kulinarische Tipps:
Natürlich gibt es auch in Ebermannstadt zwei Brauereien, die man unbedingt besuchen sollte.
Beginnen wir mit der Brauerei und dem Gasthof Schwanenbräu. Seit 1812 wird Pilsner, Vollbier, Märzen, Festbier (zum Altstadtfest) und Weihnachtsbock gebraut. Dazu kommen diverse geistige Getränke. Das Bier und den Schnaps kann man in der Gaststätte und im idyllischen Biergarten probieren. Die Küche bietet nicht nur fränkische Kost, sondern durchaus auch internationale Gourmet-Küche. In der Saison gibt es eine reichhaltige Karpfenkarte. Dann erst erkennt man in vielen Varianten man Karpfen zubereiten kann. Im Biergarten gibt es natürlich auch zünftige Brotzeiten.
(Am Marktplatz 2, 91320 Ebermannstadt, Tel. 0 91 94 – 2 09, www.schwanenbraeu.de)
Weiterhin ist zu erwähnen die Brauerei und Gasthof Sonnenbräu. Das Bier wird im ehemaligen „Kommunbrauhaus“ der Stadt Ebermannstadt gebraut. Das Ergebnis sind Sonnen-Pils, Sonnen-Gold und Kellerbier. Der Brauer empfiehlt insbesondere die obergärige Spezialität „Eber- Weiße“. In der Brennerei wird auch ein „Bier-Brand“ hergestellt. Im Gasthof gibt es als Speisen Karpfen, Forellen, fränkische Spezialitäten und vegetarische Gerichte.
(Hauptstr. 29, 91320 Ebermannstadt, Tel. 09194-9093)
Weitere Informatioinen finden Sie in dem Buch “Sillte Wege rund um Nürnberg”, erschienen im Bergverlag.

