Dettelbach: Wein, Wallfahrt, Wandern
2. April 2009 | Von Werner Schwanfelder | Kategorie: Franken blogDettelbach verkörpert wie kaum ein anderer Ort alle guten Eigenschaften eines mainfränkischen Winzerstädtchens: Im Flusstal, unweit des Mains gelegen, ist es von einer reizvollen Landschaft umgeben. Der Ort ist in Weinberge eingebettet; vom Osten her grüßen die Hänge des Steigerwaldes. Im Maindreieck ist das Klima besonders mild, denn diese Gegend gehört zu den trockensten und wärmsten Deutschlands. Betritt man durch eines der Stadttore die Altstadt, spürt man rasch die Atmosphäre und die Romantik: enge Straßen, Kopfsteingepflasterte Gassen, malerische Häuserzeilen mit ehrwürdigen Fachwerkgebäuden; Dettelbach eignet sich daher bestens für eine Entdeckungsreise in die Vergangenheit. Die fast vollständig erhaltene Stadtmauer mit ihren 30 Türmen und 2 Ausfalltoren, die mitten in der Altstadt gelegene Stadtpfarrkirche “St. Augustinus”, laden zum Bummeln ein. Die Stadtpfarrkirche mit den ungleichen Türmen ist übrigens das weithin sichtbare Wahrzeichen Dettelbachs. Über dem Bach “Dettel” steht das spätgotisches Rathaus. Mit seiner doppelläufigen Freitreppe gehört es zweifelsfrei zu den schönsten Profanbauwerken in Franken. In den Gassen findet man zahlreiche malerische Fachwerkhäuser aus verschiedenen Zeitepochen. Nur 10 Gehminuten von der Altstadt entfernt steht die Wallfahrtskirche “Maria im Sand”, ein europaweit bekanntes Bauwerk der Spätgotik und Renaissance. Die “Muskatzinen”, ein würziges Backwerk gibt es nur in Dettelbach. Es wurde extra für die Wallfahrer kreiert.
Im Stadtwappen von Dettelbach fällt als erstes die rote Burg mit zwei Zinnentürmen auf. Im Tor steht ein rot gekleideter Bischof mit silbernem Untergewand, in der Linken den goldenen Krummstab haltend, die Rechte zum Segen erhoben. Daraus kann man unmissverständlich ableiten, das sich weltliche und kirchliche Herrschaft in Dettelbach schon immer gut ergänzt haben.
Und in der Tat, hat Dettelbach seinen bischöflichen Herren viel zu verdanken.
742 n. Chr. wurde Dettelbach erstmals als fränkische Siedlung und königlicher Meisterhof genannt. In der Folgezeit war es verschiedenen Herren untertan, ehe es im 16. Jahrhundert an das Fürstbistum Würzburg kam. Bischof Rudolf von Scherenberg erhob die aufstrebende Siedlung anno 1484 zur Stadt.
In den Jahrzehnten danach bauten die Bürger Rathaus, Stadtbefestigung und Pfarrkirche. Handel und Handwerk florierten, gefördert durch die im Jahre 1506 entstandene Wallfahrt. Der älteste Teil der Pfarrkirche St. Augustinus, der viereckige Turm wurde 1444 erbaut. Der Glockenturm ist durch einen hölzernen Brückengang mit dem runden Treppenturm verbunden. Das spätgotische Rathaus wurde 1512 vollendet und erhebt sich über dem Stadtbach.
Der 30jährige Krieg unterbrach die Blütezeit und brachte Rückschläge auf allen Gebieten.
1804/1814 wurde Dettelbach bayerisch und Landgerichtssitz für einen großen Einzugsbereich. Diese zentrale Rolle ging um 1900 verloren, nach der Gebietsreform wurde Dettelbach aber die zentrale Verwaltungsstelle für neun weitere Ortsteile.
Dettelbach, die wundervolle fränkische Weinstadt ist immer einen Besuch wert. Der wichtigste Wirtschaftsfaktor ist selbstverständlich der Wein, so dreht sich in dem Ort vieles um den Wein. Wer sich für den Frankenwein interessiert, gerne kosten möchte, der ist in Dettelbach gerade richtig, denn in und um ihr dreht sich sich fast alles um den Frankenwein.
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