Dettelbach: Wandern
2. April 2009 | Von Werner Schwanfelder | Kategorie: Franken blogWir schlagen den Rundwanderweg Fasan oder den Rundwanderweg Storch vor. Sie gehen über eine Distanz von 10 km bzw. 12 km. Beide Wanderwege haben im Prinzip die gleiche Strecke. Die Markierung „Storch“ macht lediglich zwei kleine Umwege über Neusetz und Schwarzenau.
Der Wanderweg (Markierung Fasan und Storch) beginnt am Rathaus in Dettelbach. Über die Bohnmühlgasse erreicht man das Brücker Tor. Hier folgt man der Straße „Am Siechenberg“, die sich dann im Rinnenbachweg fortsetzt. Der Weg führt rechts am Bach Dettel dahin. Rechter Hand befindet sich auch die bekannte Weinbaulage Sonnenleite. Man kommt nun nach einander an einigen Mühlen vorbei. Es sind dies die Kieselsmühle, die Lamprechtsmühle und die Küffleinsmühle.
Dann linker Hand der Stadtteil Brück. Der Wanderweg führt daran vorbei, aber man kann gerne auch durch den Ort spazieren. Hoch über dem Ort liegt die katholische Filialkirche St. Jakobus. Brück ist mit 200 Einwohnern einer der kleinsten Stadtteile. Es ist ein typisches fränkisches Haufendorf, das sich in eine Talmulde des Dettelbaches schmiegt. An der langen Durchgangsstraße haben sich noch mehrere Bruchsteinhäuser des 19. Jh. erhalten. Beliebter Dorfmittelpunkt ist das alte Backhaus, in dem heute wieder Brot gebacken wird.
Der Weg verläuft weiterhin rechts des Flüsschens. Man überquert die Straße, die nach Neuses führt. Hier könnte man abkürzen. Aber wir gehen zuerst weiter nach Schnepfenbach. Schnepfenbach ist mit 160 Einwohnern der kleinste Stadtteil Dettelbachs. 1862 stiftete eine fromme Frau aus Prosselsheim dem kleinen Ort genügend Geld, um eine Kirche und ein Schulhaus zu bauen. Das Gotteshaus trägt neuromanische Züge, das Schulhaus ist längst durch einen Neubau ersetzt, der heute Mittelpunkt des Dorflebens ist. Im Kirchgarten stehen zwei mittelalterliche Steinkreuze, die an zwei Fuhrleute erinnern, die sich im Streit gegenseitig erschlugen.
Der Wanderweg mit der Markierung Fasan führt nun nach Neusetz und vereinigt sich dann wieder mit dem Wanderweg „Storch“, die Markierung „Storch“ kürzt ab und führt direkt nach Neuses.
Neusetz oder “Neuses im Grund” ist ein lang gestrecktes Straßendorf. Die kleine Kirche entstand erst 1767, besitzt aber ein wertvolles spätgotisches Vortragekreuz.
In der Hauptstraße hat sich ein schönes altes bäuerliches Hoftor (1858) erhalten, wie es in unserer Region nur noch in wenigen Beispielen erhalten ist.
Die beiden Wege mit den Markierungen Fasan und Storch vereinigen sich wieder, führen nun am Höhenrücken parallel zum Main entlang. Man hat eine schöne Aussicht. Man kommt dann in den Ortsteil Neuses am Berg. Der Ort war seit der Reformationszeit konfessionell getrennt, denn die Katholiken waren dem Würzburger Fürstbischof, die Protestanten dem Ansbacher Markgrafen zinspflichtig. Die evang.-luth. Pfarrkirche Zum Heiligen Kreuz wurde lange Zeit als Simultankirche genutzt, was immer wieder zu Streit und gerichtlichen Auseinandersetzungen führte, ehe die katholischen Einwohner sich 1784 ein eigenes Gotteshaus errichteten. Weil beide Türme sich sehr ähnlich sind, hat Neuses ein einmaliges, unverwechselbares Gepräge erhalten.
Bemerkenswert ist auch das Fachwerkrathaus von 1574 mit seinem holzgetäfelten Sitzungssaal, dessen Ratsherrentisch in der Mitte eine Trennungslinie und links und rechts davon das Würzburger bzw. das Ansbacher Wappen trägt. Neuses am Berg zählt 400 Einwohner und gehört zu den schönsten Dörfern Frankens mit herrlichem Ausblick auf das Maintal. Sein “Glatzen-Weinfest” hat überregionalen Bekanntheitsgrad gewonnen.
In Neuses kann man im Weinstall von Heinrich Stier einkehren (Kirchgasse 12). Der Weinstall ist ein ehemaliger Rindermaststall. Er beherbergt heute eine Heckenwirtschaft. Sie ist an Wochenenden und Feiertagen geöffnet und zwar immer von der Faschingszeit bis Ostern und von Oktober bis Anfang Dezember.
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Am Weinkrug, an der Infotafel beginnt auch noch ein kleiner Wanderweg, der Meditationsweg genannt wird. Er führt durch die Weinbergslage „Neuseser Glatzen“. Insgesamt sind 12 Texttafeln aufgestellt und eine Panoramatafel. Auf den Tafeln kann man lesen, was in der Bibel alles über den Wein gesagt wird.
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