Das Fundament meines Lebens ist meine innere Kraft
9. Februar 2010 | Von Werner Schwanfelder | Kategorie: China blogDas Fundament meines Lebens ist meine innere Kraft: Aber kenne ich diese innere Kraft eigentlich?
Wir wissen, dass jeder Mensch über eine innere Kraft verfügt. Das kann der „Innere Schweinehund“ sein, den so viele besiegen wollen. Die Schwierigkeit ist aber zunächst, diese ominöse innere Kraft zu erkennen und vielleicht sogar zu benennen. (Laotse nennt sie das Tao.) Erst dann kann man die innere Kraft auch weiter entwickeln. Es ist wichtig sich selbst zu erkennen. Diese „Selbsterkenntnis“ dient nicht nur der eigenen Befriedigung, sondern stellt auch gleichzeitig das Kriterienset dar, aufgrund dessen man andere Menschen bewertet. Somit wird sozusagen auch der eigene Horizont gegenüber der Situation nach draußen justiert. Was ist mit dieser Justierung auf sich hat, mag die erste Geschichte verdeutlichen:
Eines Tages nahm ein Mann seinen Sohn mit aufs Land, um ihm zu zeigen, wie arme Leute leben. Vater und Sohn verbrachten einen Tag und eine Nacht auf einer Farm einer sehr armen Familie.
Als sie wieder zurückkehrten, fragte der Vater seinen Sohn: “Wie war dieser Ausflug?” “Sehr interessant!” antwortete der Sohn.
“Und hast du gesehen, wie arm Menschen sein können?” “Oh ja, Vater, das habe ich gesehen.”
“Was hast du also gelernt?” fragte der Vater. Und der Sohn antwortete: “Ich habe gesehen, dass wir einen Hund haben und die Leute auf der Farm haben vier. Wir haben einen Swimmingpool, der bis zur Mitte unseres Gartens reicht, und sie haben einen See, der gar nicht mehr aufhört. Wir haben prächtige Lampen in unserem Garten und sie haben die Sterne. Unsere Terrasse reicht bis zum Vorgarten und sie haben den ganzen Horizont.”
Der Vater war sprachlos.
Und der Sohn fügte noch hinzu: “Danke Vater, dass du mir gezeigt hast, wie arm wir sind.”

