9. Tagebucheintrag – Die Geschichte vom „Kleinen Fahrradladen“
9. Februar 2010 | Von Werner Schwanfelder | Kategorie: Tagebuch zum BuchDa saßen wir nun alle und nickten nur: Franz Käfer, Rudi Ernst, Peter Sauer, Ralf Horcher, Maria Mündler, Herbert Jäger, Oliver Feucht und ich. Wir sahen uns an.
„Wollen wir?“ fragte Peter Sauer.
„Aber klar.“ sagte Maria Mündler.
„Das ist doch eine Chance.“ bemerkte Oliver Feucht.
„Ich will aber nicht immer nur der Lehrling sein.“ motzte ich.
„Der Laden ist eine Menge Geld wert, eine halbe Million auf jeden Fall.“ Oliver Feucht dachte ganz praktisch.
„Nie und nimmer.“ protestierte Maria Mündler. Sie machte die Buchhaltung und kannte sich bei den Geschäftszahlen bestens aus.
Franz Käfer stand abrupt auf und sagt: „Wir haben ein Monat Zeit. Wir wollen keine überstürzten Entscheidungen treffen. Lasst uns heute darüber schlafen. Und morgen nach Geschäftsschluss unterhalten wir uns in Ruhe darüber.“
Alle waren einverstanden und standen auf. Wir gingen nach Hause. Das Wetter war heute Abend irgendwie schön und lau. Auch wenn es erst April war. Aber es war ein besonders warmer Monat April.
Franz Käfer musste noch etwas laufen. Das machte er immer, wenn er seine Gedanken ordnen wollte. Er lief schnellen Schrittes zum Fußballstadion. Heute spielte die Mannschaft ihrer Stadt und er hörte den Lärm der Zuschauer. Er lief einmal darum herum, dann ging er nach Hause. Zum ersten Mal sichtete er die Prospekte aus Australien gründlicher. Das Wetter schien immer warm zu sein und die Strände herrlich. Auch das rote Outback schien ihm attraktiv. Er fand den Gedanken irgendwie reizvoll. Jetzt auswandern. Jetzt neu anfangen.
Aber morgen ist auch noch ein Tag, ein neuer Tag.

